Aktuelle Liefersituation 2021
Radfahren hält gesund!

Aktuelle Liefersituation per 13.09.2021

Liebe Kunden,

was sich bereits im Frühjahr abgezeichnet hat, setzt sich nun mit unverminderter Härte fort. Die komplette, weltweite Supplychain ist immer mehr am kollabieren. Wir können die Containerknappheit betrachten, oder die temporäre Schließung von Häfen wie Yantian ansehen, die Lockdowns ganzer Länder heranziehen oder die explodierenden Frachtpreise diskutieren. Das weltweite fragile Transportsystem ist an seine Grenzen gestoßen und hat diese in manchen Bereichen bereits überschritten.

Wenn wir heute die monatlichen Ratenblätter der Reedereien erhalten, oder die Steigerungen bei den Rohstoffpreisen sehen, so zeigt sich nur ein Trend bei den Raten: teurer und noch teurer. Dies wirkt sich gleichermaßen auch auf die Preise unserer Zulieferer aus. Wir haben dem nun entgegengesteuert, indem wir uns mehr und mehr auf eine begrenztere Auswahl an Komponenten fokussiert haben, um Skaleneffekte zu generieren, die wir Ihnen gerne als Kunden durchreichen möchten. So ist es uns nun gelungen, Preis und Lieferzeit unter Kontrolle zu halten, dies zu Zeiten, wo andere Hersteller Preissteigerungen von >10% weiterreichen und Lieferzeiten von 6-9 Monaten ausrufen.

Die Lieferzeit beträgt nachwievor lediglich – je nach Modell – zwischen 6-12 Wochen.

Wir hoffen, dass sich diese überhitzte Situation in nicht allzu ferner Zukunft beruhigen wird. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass dies vor dem 1. Quartal 2023 passieren wird.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Aktuelle Lieferzeiten per 01.07.2021

Liebe Kunden,

ich möchte Euch heute wieder ein kurzes Update zur unseren derzeitigen Liefersituation geben: Einerseits haben wir kürzlich einige essentielle Teile erhalten, die ansich nur Kleinigkeiten waren, die aber dennoch den Aufbau des gesamtes Rades blockiert haben. Klassisches Beispiel mal wieder Steuersätze, Speichen für Rohloff Naben (hier werden Speichen mit einem größeren Speichenbogen benötigt, daher gehen hier leider nicht die Standardspeichen), Freilaufkörper für Tune Laufradsätze, etc. Jetzt wird es die große Herausforderung sein, die im Vorlauf befindlichen Räder systematisch und zielgerichtet nacheinander abzuarbeiten. Hierfür werden wir ca. bis Mitte / Ende August benötigen.

Sobald der Vorlauf sich wieder normalisiert hat, sollte die Vorlaufzeit dann baw. wieder 4-6 Wochen betragen.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass die Liefersituation am Fahrradmarkt weiterhin herausfordernd bleiben wird, dies zumindest noch für das gesamte Kalenderjahr 2022. Eine Entspannung, was die Versorgung anbelangt, sehe ich frühestens für 2023. Andererseits haben wir bereits jetzt schon bei diversen OEM´s die Vororder für 2024 platziert / platzieren müssen. Aber wer kann denn heute schon plausibel vorhersagen, welche Modelle in welcher Menge heute in 3 (!) Jahren nachgefragt werden und daraufhin entsprechend den Einkauf planen? Verrückte Welt jedenfalls, mal sehen wo das noch enden wird…

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Aktuelle Lieferzeiten per 01.02.2021

Liebe Kunden,

ein neues Fahrrad zu bekommen, ist eine aufregende Sache. Und ein toller Moment im Leben. Niemand kann das mehr verstehen als wir. Daher ein kurzes Update zu unserer Liefersituation für 2021. Wo soll ich anfangen und wie weit ausholen? Die wichtigste Botschaft vorne weg: Wir sind lieferfähig! Wir mussten noch keine Preiserhöhungen ansetzen! Die Lieferzeit kann – je nach Modell – zwischen 2 Monaten und 6 Monaten dauern! Wer also 2021 rechtzeitig sein Rad erhalten möchte, sollte so früh wie möglich bestellen. Das sage ich nicht, um künstlich einen Nachfragedruck zu erzeugen, aktuell haben wir ohnehin noch immer gut 300 Räder im Vorlauf, das obwohl die Saison eigentlich noch gar nicht begonnen hat; sondern weil schlichtweg mehr Bestellungen rein kommen als Fahrräder aufgebaut werden können. Aber deswegen nicht aufgebaut werden können, weil keine Teile da sind, vielmehr weil einfach unser Tag leider auch nur 24 Stunden zählt. Die goldene und ausgleichende Mitte scheint es derzeit auch bei uns nicht zu geben: Die einen Firmen, die sich rechtzeitig und besonnen aufgestellt haben – so wie wir –  haben viel zu viel zu tun, andere hingegen wären froh drum…

Doch warum ist dem so? Erleben wir einen Fahrrad-Boom oder doch eine Krise? Sind lange Lieferzeiten durch limitierte Verfügbarkeit auf Angebotsseite oder doch die generell erhöhte Nachfrage verantwortlich an diesem Dilemma? Durchlebe ich gerade einen Traum oder Albtraum, sehe ich für unser Unternehmen eher eine Chance oder überwiegt doch ein unkalkulierbares Risiko?

Fakt ist, für 2021 sind wir gut gerüstet und wir werden auch die nächsten Jahre sicher durch unruhige Gewässer segeln. Unsere Stahl- und Titan-Fahrräder erfahren gerade in Zeiten von Nachhaltigkeit und ökologischen Mobilitätsanforderungen einen regelrechten Nachfrage-Boom. Fakt ist aber auch, dass zahlreichen Händlern und Kleinherstellern Pleiten drohen werden; ich erwarte daher eine aufreibende nächste Saison, in der vieles fehlen kann – vor allen Dingen Planungssicherheit und Produktverfügbarkeit. Was nicht bereits vorgeordert wurde, wird sich verzögern und erst spät geliefert werden. Lieferzeiten sind für einige Produkte von wenigen Monaten auf Jahre (!!) geschossen – Besserung ist leider nicht in Sicht. Umso erfreulicher nun für uns, dass wir diese Entwicklung bereits letztes Jahr haben kommen sehen und unsere Zulieferer sich mit festen Kontingenten zum Teil bis 2023 comittet haben.

Natürlich sind wir seit Jahren in der Industrie bestens mit den Schlüsselunternehmen vernetzt. Unser Vitamin „B“ hilft uns da schon auch mal weiter, auch wenn ich das an dieser Stelle nicht so laut sagen sollte. Umgekehrt kommt nichts von ungefähr. Unsere Unternehmensstrategie zahlt sich nun aus: wir haben diese seit jeher auf strategische Partnerschaften ausgelegt: Beispiel Reifen: hier verbauen wir ausschließlich nur Schwalbe, also keine Conti, WTB, oder sonstige Mäntel. Oder Schaltungen: hier haben wir uns ganz klar auf Campa fokussiert. Für viele ein Aussenseiter am Schaltungsmarkt, für uns schon lange die Referenz für Rennrad- und Gravel Schalungen. Anderes Beispiel, Bremsen: hier verbauen wir ebenfalls ausschließlich Magura oder Hope. Kein Sram, oder Tektro, TRP oder Formula – nicht weil sie schlecht sind, sondern weil man sich manchmal entscheiden muss. Im Gegenzug sind unsere Vororder bereits jetzt schon bis Ende 2023 (!) bestätigt. Wir bekommen also noch Teile, während andere Hersteller überlegen, ihre Räder ohne Griffe oder Bremsen auszuliefern. Oder ihre Räder erst gar nicht mehr über ihr Händlernetz zu vertreiben, sondern mangels Alternativen lieber nur noch direkt. Ein Schlag ins Gesicht für so manchen Händler. Umgekehrt heisst es beim Konfigurieren Ihres Traumrades, dass so manche Komponente nicht mehr verfügbar ist und wir tatsächlich nur auf die angebotenen Komponenten zugreifen können, also auch nicht auf andere Produkte des selben Herstellers. Um das besser verstehen zu können, müsst ihr wissen, dass wir Komponenten palettenweise erhalten, und nicht 4 Stück hiervon und 8 Stück davon bestellen. Die heisse Schlacht am kalten Buffet findet 2021 ff. also mit weniger Auswahl statt. Manchmal erwische ich mich, dass ich zu meinen Kollegen aus dem Vertrieb sage, dass die Kunden froh sein können, wenn sie ihre Räder überhaupt mit Reifen erhalten. Dann werde ich kurz verdutzt angesehen. Wer Einzelbestellungen erwartet, ist noch nicht im hier und heute angekommen. Hört sich überheblich an, ist aber nicht so gemeint. Es soll verdeutlichen, welcher Druck auf der Zulieferpipeline herrscht.

Verrückt oder? Doch woran liegt das? Was ist die Ursache dafür? Die Gründe hierfür sind vielschichtig.

Coronabedingte Gründe:
Zu Beginn des Jahres 2020 kam es pandemiebedingt zum Shutdown von Produktionsstätten in Taiwan, China und anderen Teilen Asiens. Zu einer Zeit, in der sich Europa und Amerika noch in Sicherheit wogen, fanden die Probleme, die wir in 2020 bereits erfuhren und jetzt in 2021 mit voller Wirkung spüren, ihren Anfang: Rahmen, Komponenten und Zubehör wurden nur noch eingeschränkt produziert, Lieferketten gestört und teilweise sogar unterbrochen, was de facto einen Produktionsausfall von mehreren Monaten bedeutet. Dies kann auch nicht wieder so ohne Weiteres aufgeholt werden. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Der erste Lockdown bedeutete einen großen Schock für viele Industrien, es dauerte nicht lange bis das Thema „Fahrradmobilität“ und als optimale Lösung für Fitness, Verkehr und individueller Freizeitgestaltung Fahrt aufnahm. Die ersten Lockdown-Lockerungen kamen und Verkaufszahlen sowie Nachfrage nach Bikes schossen erwartet / unerwartet in die Höhe. Wer in der Schockphase des ersten Lockdowns Bestellungen oder Produktionskapazitäten in Asien gecancelt hatte, dem konnte es passieren, dass er gar nicht produzieren konnte, weil eine andere Marke – so wie zum Beispiel wir – den Produktionsslot übernommen hatte. Das Dilemma: Einerseits standen die Bänder vieler Unternehmen für mehrere Monate in dieser Saison still. Andererseits war die Nachfrage derart sprunghaft angestiegen, dass Zulieferer den Bedarf schon für 2020 kaum mehr bedienen konnten. Das Nadelöhr ist und bleibt die bestehende Produktionskapazität. Abgesehen von dem nicht wieder aufzuholenden Produktionsausfall liegen die großen Herausforderungen der meist asiatischen Produzenten in der Skalierung der Produktion, um der erhöhten Nachfrage Herr zu werden, sowie der Qualitätssicherung. Hinzu kommt, dass die Produktionskraft noch nicht einmal jetzt auf Vorjahresniveau 2019 ist. Es gab unter dem Strich bereits 2020 also nicht mehr, sondern tendenziell weniger Ware als im Vorjahr.

Fehlende Kapazitäten:
Zu Beginn des Jahres 2020 wurden Wanderarbeiter coronabedingt entlassen, reisten in ihre Heimat und sind zum Teil noch nicht wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückgekehrt. Als man sie wieder benötigte, haben Einreisesperren aus gewissen Ländern sowie eine erschwerte Wiedereinreise, Quarantäne und zu wenig dafür verfügbare Hotels die Arbeitswiederaufnahme erschwert. Die fehlende Manpower, die kurzzeitig ein Vakuum hinterlassen hat, konnte nicht wieder komplett geschlossen werden. Die daraufhin neu eingestellten Arbeiter mussten erstmal neu eingelernt werden. Ein weiterer Faktor: Aufgrund der Corona-Regeln schafft kaum ein Produzent 100 % Output wie früher. Derzeit steht nach Angabe vieler Zulieferer die Produktion aktuell bei rund 80 % im Vergleich zu 2019.

Fehlende Container:
Hinzu kommen komplexere Lieferwege, erhöhte Frachtkosten und unklare Lieferzeiten. Die Kosten für Luftfrachten haben sich durch fehlendes Volumen im deutlich reduzierten Flugverkehr der Passagierflugzeuge verzehnfacht (!). Bislang wurde ein großer Teil der Bikes über den Seeweg nach Europa gebracht – doch auch die Frachtkapazitäten der Container-Reedereien sind massiv eingeschränkt und die parallel hohe Nachfrage aus Asien sorgt auch hier für neue Herausforderungen: Viele Güter werden von Asien nach Europa verschifft, aber nur wenig von Europa nach Asien, denn die Produktivität der EU ist durch den Dauer-Lockdown massiv eingebrochen. Die Paarigkeit ist nicht mehr gegeben und die Leercontainer erhöhen auch hier den Preis. Aufgrund der Tatsache, dass die Bikes schon Lieferverzögerungen haben, setzen Hersteller auf den (nun nochmal) deutlich teureren Luftweg, um Zeit gutzumachen. Die Preise werden selbstverständlich auf die Bikes aufgeschlagen!

Unnatürliche Blasenbildung:
Jeder gibt sein Bestes, trotz besagter Umstände alles auf die Reihe zu kriegen. Zwangsläufig müssen wir uns aber mit Kompromissen abfinden – Bike- und Komponenten-Hersteller genauso wie Endkunden. Viele Hersteller möchten die phänomenalen Verkaufszahlen von 2020 in dieser Saison wiederholen. Somit wurden OEM-Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht, teils verdoppelt oder noch mehr! Wohlgemerkt, dies bei noch nicht wiederhergestellten Kapazitäten! Die Schere von Angebot und Nachfrage geht also weiter auseinander. In Anbetracht des großen Produktionsausfalls im Frühjahr 2020, lautet die gute Nachricht für 2021: dieses Jahr wird es nicht weniger Bikes als in 2020 geben.

Drohende Preiserhöhungen bereits jetzt:
Es braucht keine Befragung des Hellsehers Kalchas, um die Folgen für die Preisentwicklung abzuschätzen. Gesunkene Effizienz in der Produktion sowie höhere Logistik- und Koordinationskosten werden den Preis erhöhen! Hinzu kommt die allgemein erhöhte Nachfrage und überfüllte Auftragsbücher. Aktuell haben viele Hersteller ihre Preise um bis zu 10 %, in Einzelfällen sogar um bis zu 15 % erhöht. Im Highend Bereich werden die Bikes auch mal um 2000 € teurer. Wir haben per Februar 2021 von Preiserhöhungen abstand genommen, da wir den gestiegen Wechselkurs zu Gunsten des Euros gegenüber dem Dollar an die Kunden durchgereicht haben. Sollte der Wechselkurs drehen, werden auch wir eine Preiserhöhung umsetzen müssen.

Fehlende Planungssicherheit
Ab nächstem Jahr geben einige Hersteller gar keine bestätigten Liefertermine mehr heraus – exakte Planung? Unmöglich! Mit den Folgen werden wir nicht nur 2022, sondern auch noch 2023 zu kämpfen haben. Manche Komponenten haben aktuell schon Lieferzeiten von bis zu 500 Tagen, also bis Ende 2023. Das kann dazu führen, dass fast fertige Bikes nicht ausgeliefert werden können, weil kleine entscheidende Teile wie beispielsweise ein simpler Steuersatz fehlen. Und das ist genau die Krux: Ein Hersteller konnte vielleicht seine Rahmen produzieren, hat aber keine Bremsen, Sattelklemmen oder Vorbauten mehr bekommen – ergo kann der Hersteller seine Bikes nicht ausliefern.

Gehen die kleinen Hersteller, Manufakturen und Händler unter?
Meine Meinung: einige leider ja. Trotz Boom-Branche wird es massive Pleiten geben. Es ist bereits ein enormes Risiko im Markt, da im Zuge dieser Blasenbildung – getrieben durch Gier – doch der ein oder andere Hersteller verbrennt. In Krisenzeiten gewinnt, wer die Mittel hat oder schnell und klar agiert, in Problemen Chancen sieht sowie Mut und kalkulierbare (!) Risikobereitschaft mitbringt. Aber auch kleine Fehler können zu großen Problemen werden. Eine zu spät platzierte Vororder kann dieses Jahr schon dafür sorgen, dass man in der nächsten Saison ohne Ware dasteht. Die zuerst noch abstrakte Bedrohung hat bereits konkrete Züge angenommen. Der Kampf um Produktionskapazitäten, Vorkaufsrechte und Kontingente hat bereits im Sommer 2020 nach der Phase des ersten Lockdowns begonnen und sorgte bereits 2020 für visibele Marktverdrängungen.

Wie verhalten als Kunde?
So viel vorweg: 2021 wird es auch bei uns zu zahlreichen Belastungsspitzen kommen. Für Kunden gleichermaßen, wenn es um Wartezeiten geht. Wer sich erst dann darum kümmert, wenn das Wetter schön und die Temperaturen wieder warm sind, der wird wohl für viele seiner Vorhaben zu spät dran sein. Mit einem antizyklischen Verhalten hingegen kommt ihr mit weniger Stress und Druck zum Ziel. Daher mein Rat: Zieht die Kaufentscheidung nicht hinaus. Zudem solltet ihr etwas mehr Flexibilität und Kompromissbereitschaft mitbringen und ggf. auch offen für Alternativen sein. Wichtig ist aber auch zu akzeptieren, dass es in der Rad-Branche es nicht so läuft wie bei Amazon – gerade in der aktuellen Zeit können sich Lieferzeiten scheibchenweise immer wieder weiter verzögern. Dass Bikes in Zukunft wieder günstiger werden, davon kann man nicht ausgehen. Wer kaufen muss, der sollte das schleunigst tun. Wer noch warten kann, der wird realistisch erst ab Anfang 2023 mit „normalen“ Verhältnissen rechnen dürfen.

Wie geht es weiter?
Aller Unsicherheit und Unwägbarkeiten zum Trotz wird es immer ein Morgen geben. Umstände ändern sich tagtäglich. Wenn wir uns nicht entsprechend anpassen, heißt es wie schon immer in der Entwicklungsgeschichte nach Darwin: „The survival of the fittest“. Wenn wir als Industrie heute den Mut und die Weitsicht haben, die richtigen Entscheidungen, für die in Zukunft relevanten Themen zu treffen, dann kommen wir automatisch zum Ziel. Denn damit bauen wir nicht nur eine sichere Zukunft, sondern vermeiden auch möglichen Frust und sorgen für zufriedene, glückliche Kunden. Sich über steigende Preise, lange Liefer- und Servicezeiten aufzuregen ist einfach, doch die Realität dahinter ist meist komplexer. Klar ist es frustrierend und nervig, sein heiß geliebtes Hobby in der aktuellen Situation nicht ganz so ausüben zu können, wie man es bislang gewohnt war. Aber alles hat seine Ursachen, da müssen Sie als Kunde und wir als Hersteller gemeinsam durch! Ihr seid uns als Kunde sehr wichtig, aber auch wir benötigen ab und an Eure Nachsicht – also am Ende meiner Ausführung alles eine Frage der Balance und das Einpendeln in eine goldene Mitte! Hierzu passt kaum ein Zitat treffender wie das von Albert Einstein: „Das Leben ist wie Radfahren. Man muss in Bewegung bleiben, um das Gleichgewicht zu halten.“

In diesem Sinne, viele Grüße,

Euer Andreas

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Rückblick unserer Lieferzeiten in 2020

Vorlaufzeit per 13.03.2020

Liebe Kunden,

aktuell ist die Zahl der im Vorlauf befindenden Räder wieder gut im dreistelligen Bereich. Unsere Stahl- und Titan-Fahrräder erfahren gerade in Zeiten von Nachhaltigkeit und ökologischen Mobilitätsanforderungen einen regelrechten Nachfrage-Boom. Das ist soviel, wie es in der Regel entweder im Spätherbst (für die Auslieferungen im Frühjahr), oder im Hochsommer ausfällt. Umso mehr sind wir bemüht, die Räder zeitgerecht fertigzustellen. Meistens klappt es, manchmal eben aber auch nicht. Aber nicht deswegen nicht, weil wir nicht konzentriert arbeiten, sondern weil wir wie gesagt unsererseits eine immense Nachfrage nach unseren Titanrädern erfahren und damit einhergehend stärker denn je von der Lieferfähigkeit seitens Zulieferfirmen für Komponenten abhängig sind. Das führt dazu, dass wir immer wieder für einige Modelle unseren Produktionsplan und Fertigungsablauf ändern und entsprechend anpassen müssen.

Daher meine große Bitte: Habt bitte etwas Geduld. Und bitte nicht verärgert sein, wenn wir die ein oder andere Anfrage nach dem Lieferzeitpunkt nicht zeitnah beantworten können. Das liegt daran, dass wir entweder fokussiert bei der Arbeit sind, oder auch daran, dass wir selbst von Informationen anderer abhängig sind, die sich wiederum zum Teil immer wieder ändern.

Dabei sind die Auswirkungen von COVID-19 – zumindest bei uns – noch nicht angekommen. Alle unsere Mitarbeiter sind gesund und arbeiten unter Vollauslastung. Nach meiner Einschätzung kann es aber im Verlauf des Jahres 2020 zu grundsätzlichen Lieferengpässen gerade im E-Bike Segment kommen, da eben 90% aller Platinen in Motoren, Displays oder Akkus aus China stammen. Es kann aber auch sein, dass sich das Thema entweder mit steigenden Temperaturen des Frühlings von selbst erledigt hat. Oder der asiatische Raum sich schneller erholt, wie es derzeit vermuten lässt. Aber eine erhöhte Volatilität in der Zulieferkette wird bleiben, denn die nächste Welle – gerade im Herbst / Winter wird nicht ausbleiben. Auch bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen Deutschland ergreifen wird und wie damit einhergehend die Auswirkungen einer aus dem Takt geratenen inländischen Lieferkette ausfallen werden – so werden beispielsweise ab kommenden Montag, den 16.03. ja auch die Grenzen zu unseren südlichen Nachbarländern für den Personenverkehr geschlossen. Wir werden also sehen…

Positive Nachricht betreffend Campagnolo: Campagnolo mit Firmensitz in Norditalien ist ein strategisch wichtiger Partner von uns, gerade im Segment Gravel. Hier wird bis dato nicht mit Lieferverzögerungen gerechnet.

Fazit: Die Räder sind fertig, wenn sie fertig sind. Wir informieren Sie ohnehin mit einer Woche Vorlauf, wenn das Rad final im Aufbau eingetaktet ist. Derzeit beträgt die Lieferzeit je nach Modell zwischen 4 Wochen und 4 Monaten.

Zudem: Wir werden bis auf weiteres auch keine persönlichen Abholungen vereinbaren – alle fertigen Räder werden ohne Ausnahme nur noch versendet. Persönliche Beratungen werden bis Ende Mai ausgesetzt und erst ab Juni wieder aufgenommen – sofern bis dahin die Sachlage es zulässt. Telefonische Beratungen und gemeinsame Konfigurationen per E-Mail werden natürlich herzlich gerne durchgeführt.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 20.03.2020

Liebe Kunden,

ich möchte Sie kurz über unsere aktuelle Situation informieren:
wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine Manufaktur sind – also zum produzierenden Gewerbe gehören – und damit einhergehend unseren Betrieb nicht schließen müssen. Das heisst, wir arbeiten weiter, dies solange wir keinen Covid-19 Fall durch einen Mitarbeiter im Betrieb haben. Auch ist aufgrund des enormen Auftragsbestandes in unseren Büchern das Thema Kurzarbeit kein Thema für uns. Aber wie gesagt, das gilt nur solange wir keine Infektion bei unseren Mitarbeitern erleiden. Unsere Mitarbeiter gehen selbstredend extrem verantwortungsvoll und entsprechend bewusst mit dem Thema um – schließlich sind alle Familienväter. Ausnahmslos fahren wir alle mit dem Rad zur Arbeit.

Der Warenbestand an Teilen hat bei uns – Gott sein Dank – ein sehr solides Fundament. Insofern sind alle Lieferketten, die tragende Säulen unseres Unternehmens darstellen, gesichert. Auch konnten wir uns kurzfristig und glücklicherweise am Markt mit wichtigen Teilen noch weiter eindecken, da andere Hersteller wohl ihrerseits platzierte Orders stornieren haben, die wahrscheinlich vorerst ihre Fertigung stoppen mussten.

Fazit: Wir dürfen arbeiten, haben Material zum Arbeiten und arbeiten mit am schönsten Produkt, das die Welt je hervorgebracht hat – dem Fahrrad!

Bleiben Sie wiederum gesund, bleiben Sie stark, gehen Sie für sich Radfahren (zumindest solange wir wegen ein paar schwarzen Schafen keine Ausgangssperre erleben)! Wir tun hier gleichermaßen unser Bestes, um die Stellung zu halten. Deswegen: alle Räder werden ausnahmslos per Spedition ausgeliefert.

Für den Fall, dass Sie Ihr Rad über Ihren Händler bestellt haben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an ihn, um die Auslieferung zu besprechen. Denn wir liefern die Räder auch direkt an Sie aus.

Abschließend zum Thema „telefonische Beratung“: Da der telefonische Beratungsbedarf extrem zugenommen hat, möchte ich interessierte Kunden bitten, kurz eine Mail vorab mit einer Proforma Konfiguration zu senden, dann können wir einen telefonischen Beratungstermin vereinbaren. Eine Beratung dauert im Schnitt 30-60 Minuten. Dafür müssen wir uns Zeit nehmen und uns auch vorbereiten. Guckt euch zudem vorab unsere Produktvideos auf Youtube an, da werden sicherlich ein Großteil eurer Fragen schon beantwortet:
Produktvideos zu Falkenjagd und Rennstahl Rädern

Bitte Angaben zur Körpergröße, Schrittmaß / Sitzhöhe und gewünschter Lenkerüberhöhung nicht vergessen!

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 01.04.2020

Liebe Kunden,

bei uns läuft die Produktion weiterhin auf Hochtouren. Zwar verkürzt sich nach wie vor unser derzeitiger Vorlauf nicht, aber zumindest wird er auch nicht länger. Unsere Produktionskapazität beträgt ca. 20 Räder pro Woche, unser Vorlauf beläuft sich derzeit auf ca. 6-8 Wochen.

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Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 13.04.2020

Liebe Kunden,

ich möchte Sie mal wieder kurz über unsere aktuelle Situation informieren: Erfreulicherweise stehen alle unsere Lieferketten – unserer Einkaufsplanung sei Dank! Wir können uns also in der glücklichen Lage schätzen, dass wir ohne Einschränkungen arbeiten dürfen und können. Diesen Status möchten wir auf keinen Fall gefährden. Wir werden daher auf persönliche Beratungen bis Ende Juni verzichten. Dafür wird es in Kürze ein wirklich seeehr umfangreiches Video geben, dass euch problemlos durch alle Optionen unseres Konfigurators leitet. Somit sollte eine ausführliche Beratung weiterhin gewährleistet sein. Für alle offenen Fragen stehen wir natürlich wie immer auch telefonisch zu Verfügung. Die telefonische Beratung sowie die Anfragen per Mail haben in den letzten Wochen – in der Natur der Sache liegend – extrem zugenommen. Das ehrt uns sehr, dass Sie uns und unseren Fahrrädern weiterhin den Vertrauensvorschuß schenken und Sie Fahrräder bei uns in Auftrag geben, ohne diese vorab gesehen zu haben. Das wissen wir sehr zu schätzen und wir gehen entsprechend verantwortungsbewusst mit der Umsetzung Ihres Traumrades um. Derzeit hält sich der Neu-Auftragseingang mit dem Versand von fertigen Fahrrädern ungefähr die Waage, das sind so ca. 25 Räder die Woche. Daher beläuft sich der Vorlauf unverändert bei ca. 8 Wochen. Der Versand mit den Rädern klappt absolut prima und reibungslos. Eine persönliche Abholung werden wir daher b.a.w. nicht mehr anbieten. Im Gegenzug ist der Versand für Sie nun kostenlos.

Lassen Sie mich noch ein paar persönliche Worte an Sie richten: Die Welt durchläuft massive Veränderungen. Die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind ohnehin visibler denn je. Der Preis dieser forcierten Schnelllebigkeit, der Globalisierung und industriell geplanten Obsoleszenz als Basis unseres wirtschaftlichen Handelns mit all seinen Konsequenzen wird uns gerade in Zeiten eines gesellschaftlichen Stillstands vor Augen geführt.

Es wird so sein, dass unsere Wirtschaft aus der COVID19 Pandemie einen ungeheuren Schaden erleidet; wir werden es noch erleben, wer und was alles steht, wenn der Staub sich gelegt hat. Sie ist aber auch Entwicklungsbeschleuniger, ein Katalysator. Sie ist für uns alle Gelegenheit zum Umdenken: es kann nämlich sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben, dass dieses ständige Wachstum eine absurde Idee einer Konsumgesellschaft ist. Es ist an der Zeit zu erkennen, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Die aktuelle Situation ist die Chance für einen längst überfälligen Wandel, der den Himmel aufklaren lässt, die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt, unsere Gesellschaft enorm entschleunigt, sie kann uns zeigen, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen. Eins der wenigen Dinge, die wir wirklich brauchen, wird immer auch das Fahrrad bleiben. Ein Fahrrad fürs Leben. Das uns auf unserem Weg überallhin begleitet. Für uns war das Fahrrad schon immer das Symbol von Freiheit und Unabhängigkeit. Für Nachhaltigkeit und Mobilität.

Für mich hat die aktuelle Situation die Erkenntnis gebracht, wie viel wertvoller mein Tagesablauf ist, wenn ich die Kinder um mich herum habe. Ich werde sie künftig – irgendwann nachdem wieder Normalität eingekehrt ist – ganz sicher nicht mehr den ganzen Tag im Kinderhort lassen, nur damit ich mich der Firma widmen kann. Natürlich, der Erfolg kam nicht von ungefähr. Aber unser aller Kinder sind unser wertvollstes Gut und verdienen mehr wie alles andere unsere Aufmerksamkeit. Sie sind unser Erbe. Und, ich bin die letzten 2 Monate soviel Rad gefahren, wie das letzte Jahr insgesamt. Und wie viele Radfahrer ich unterwegs treffe… Einfach geil! Ich habe irgendwie kein Interesse mehr, weiter zu wachsen. Es ist vollkommen egal, ob wir in 2020 wieder 1200 Räder wie im Vorjahr umsetzen, oder wie geplant 1500 Stück. Ich spüre nur eins: ich bin wieder Eins mit mir, und das macht glücklich. Auch in einer so merkwürdigen Zeit…

Ich hoffe es geht Ihnen genauso. Bleiben Sie gesund!

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 21.04.2020

Liebe Kunden,

heute nur ein kurzes Update, viel neues gibt es nicht zu sagen: in Bayern öffnen ja ab nächste Woche wieder die Fahrradläden. Wir werden trotz allem an unserer internen Entscheidung festhalten, definitiv bis Ende Mai / Anfang Juni für den Kundenverkehr geschlossen zu bleiben. Wir waren ja als produzierendes Unternehmen von der Zwangsschließung nicht betroffen und konnten entsprechend durcharbeiten. Der Aufbaudruck ist wieder einmal so mächtig, dass wir es einfach nicht riskieren können / dürfen, dass wir wegen einer Infektion die Fertigung schließen müssen. In einem solchen Fall hätten wir bis mindestens Ende des Jahres zu kämpfen, nur um die Taktung wieder herzustellen. Hier bitten wir weiterhin um Ihr Verständnis. Andererseits funktioniert die telefonische Beratung herausragend gut, es gehen wirklich alle Kunden extrem gut vorbereitet ins Gespräch. Dafür möchte ich auch ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 01.06.2020

Liebe Kunden,

heute nur ein sehr kurzes Update: das Testcenter bleibt weiterhin geschlossen, wir müssen uns auf den Aufbau fokussieren. Der Vorlauf beträgt derzeit ca. 250 Räder, 20 Räder schaffen wir pro Woche, das ergibt ohnehin eine Vorlaufzeit von 12 Wochen. Alle Aufträge, die quasi ab heute eingehen, werden damit ohnehin erst ab September ausgeliefert. Im August wird dieses Jahr die gesamte Firma erstmals wieder seit 5 Jahren in den mehr wie verdienten Urlaub gehen. Wir bitten dies entsprechend zu berücksichtigen.

So wie meine Frau mir bei der Geburt aller unserer Kinder immer wieder sagte „der Kleine ist da wenn er da ist“, verbleibt mir an der Stelle nichts anderes zu sagen: „das Rad ist fertig wenn es fertig ist.“ Am Ende ist es wichtig, dass nicht nur Ihr Freude am Fahren habt, sondern auch wir Freude beim Bauen eurer Räder.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 10.06.2020

Liebe Kunden,

das Telefon kann vorübergehend nur zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr bedient werden: wir müssen uns neben dem Aufbau vermehrt auf die Einkaufslogistik konzentrieren. Nun machst sich leider bei dem ein oder anderen Zulieferer doch immer wieder eine Covid-19 bedingte Verzögerung bemerkbar. Das führt dazu, dass wir unseren Aufbauplan flexibel anpassen müssen. Für telefonische Beratungen müssen wir ohnehin einen Termin vereinbaren – dies idealer Weise per Mail – damit wir uns entsprechend darauf vorbereiten können. Hierfür ist es zwingend erforderlich, dass Ihr uns vorab eine unverbindliche Proforma Konfiguration zusendet und natürlich auch die wichtigsten Daten wie Körpergröße, Sitzhöhe, Sitzlänge und gewünschte Lenkerüberhöhung. Nur so kann ein zielorientiertes Gespräch stattfinden. Wir bitten um Verständnis.

Hier mal ein schnelles Bild unseres täglichen Warenein- und -ausgangs…

  • Schwalbe, eine von 10 Teilepaletten pro Woche...

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 19.09.2020

Liebe Kunden,

eigentlich wollte ich mich längst mal wieder mit ein paar Worten an euch gewandt haben. Eigentlich gibt es aber auch das Wort „eigentlich“ nicht. Insofern bin ich wahrlich erschrocken, dass schon wieder 3 Monate vergangen sind seit meinem letzten Eintrag. Zwar denke ich mir regelmäßig jeden Freitag, wo schon wieder die ganze Woche geblieben ist, aber gleich die letzten 3 Monate ?!? Andererseits ist auch enorm viel passiert…. Dazu eins vorab – der Ehrlichkeit wegen: leider waren wir im August – anders wie angekündigt – wieder nicht im Urlaub. Wieder mal nicht…, und das obwohl ich mir schon letzten Sommer fest geschworen hatte, dass uns das nicht nochmal passiert.

Doch wie kam es nun dieses Jahr wieder dazu? Alles fing schon damit an, dass die Nachfrage nach unseren Rädern bereits ab März eine Dynamik annahm, die ich in den kühnsten Erwartungen nicht vorhergesagt hätte. Und das obwohl wir unser Test-Center geschlossen haben, um uns auf den Aufbau zu fokussieren, um dieses Jahr mehr Zeit zum Radfahren zu haben, um auf Kundenemails schneller reagieren zu können, mehr Zeit zum Telefonieren zu haben. Aber wie gesagt, es kam dann alles ganz anders: die Händler verkauften unsere Räder wie verrückt, denn die zügige Verfügbarkeit unserer Räder war bis Anfang Juni uneingeschränkt gegeben, das sprach sich rum. Unser Bedarf war klar festgelegt und unsere Teileversorgung war extrem gut mit unseren Zulieferern vorausgeplant. Nun wurden wegen Covid-19 unsere Räder aber direkt und in jeglicher Preisklasse gleich per E-Mail verbindlich bestellt. Die Mails waren Gott sei Dank sehr gut vorbereitet, die Kunden haben die Konfigurationsvideos sehr gut angenommen. Somit war im Gegensatz zu vielen anderen Marktbegleitern unser bottle-neck nicht die Teileverfügbarkeit, sondern unsere eigene Aufbaukapazität. Ohne uns versehen zu haben, explodierte die Zahl der im Vorlauf befindlichen Räder von sonst max. 200 Stück auf über 350 Räder.

Jetzt mag sich vielleicht der ein oder andere denken, welch Luxusproblem will uns der Herr Kirschner zur heutigen Zeit, wo ganze Industriesegmente unter der Pandemie ins Schwanken geraten, erklären. Auch Luxusprobleme können zu echten Problemen werden, so jedenfalls bei uns. Denn wir sind darauf ausgelegt, so ca. 20-25 Räder in der Woche zu fertigen. Auf immer mehr und immer mehr und immer weiter habe ich halt keine Lust, weshalb wir die Kapazitäten bewusst auf ca. 1200 Räder per anno definiert haben. Aber wenn wochenlang Bestellungen von 50 Rädern und mehr pro Woche einschlagen, hat uns dies in jeglicher Hinsicht jenseits unserer Kapazitätsgrenze katapultiert. Dies mit allen Konsequenzen, das sowohl was Vorlaufzeit anbelangt – momentan sind es immer noch so ca. 220 Räder -, was Reaktionsgeschwindigkeit bei E-Mail Anfragen anbelangt, was Erreichbarkeit am Telefon betrifft. Somit wurde dieses Problem der Überbelastung allgegenwärtig. Teilweise musste ich den Mitarbeitern sagen, das Telefon jetzt einfach mal läuten zu lassen, denn wenn man immer herausgerissen wird, leidet am Ende Qualität und Effizienz gleichermaßen. Auch habe ich bewusst darauf verzichtet, eine automatische Antwort-Email einzurichten, dass die Mail angekommen ist, wir gerade Land unter sind, wir uns zeitnah um Beantwortung bemühen, usw. blablabla. Wenn wir 2 Tage mal keine E-Mails beantwortet haben, waren dann zum Teil über 200 neue Anfragen da, man hatte einfach keine Chance nur ansatzweise dem gerecht zu werden. Auch per heute ist ein gewisser Anteil von Mails noch unbeantwortet.

Wie gesagt, das ist keine böse Absicht, noch haben wir wegen Reichtum geschlossen, aber selbst wenn wir uns hätten alle zweiteilen können, selbst dann hätte dies nicht ausgereicht. Freunde und Bekannte meinten immer wieder, mach doch einfach 2-4 Wochen zu, um alles erstmal abzuarbeiten. Aber dann hätte uns die Lawine komplett zerlegt… Zeitweise kam aus dieser Ohnmacht dann auch in der Firma eine Haltung auf, wie: wenn es eine wichtige Anfrage ist oder wenn ein Kunde unbedingt ein Rad von uns haben will, dann wird er sich schon wieder melden. Und wenn der ein oder andere Kunde nicht kauft, weil er von uns kein Feedback erhält, auch egal – es warten ja gefühlt unendlich in der Reihe. Das ist natürlich ein Abbild, wie wir weder von aussen auch nicht ansatzweise wahrgenommen werden möchten, noch entspricht dies in keinster Weise unseren Firmenwerten. Was ich damit sagen möchte: auch ein „sogenanntes“ Luxusproblem ist sehrwohl ein echtes Problem, und wo helles Licht ist, können auch dunkle Schatten entstehen.

Das erklärt jetzt aber erstmal nur, warum die Wochen und Monate verflogen sind, ohne dass wir ein Gefühl zur Geschwindigkeit der Zeit hatten. Es erklärt noch nicht, weshalb die Mannschaft wieder nicht im Urlaub war: Astrid, meiner Frau, ist klar geworden, dass für uns die Zeit einer Einzelplatzmontage, wie sie bis jetzt stattgefunden hat, abgelaufen ist. Wie bei Kindern, denen auf einmal das Fahrrad zu klein geworden ist. Aber auf eine auf Einzelfahrrad heruntergebrochene Serienfertigung hat mich abgeschreckt, obwohl eine Plattformstrategie unser Rahmen von Anbeginn an Teil unserer Portfoliologik war. Dennoch, die Komplexität einer Fertigungsstrasse hat es schon in sich, vor allem auch was die dazugehörige Logistik anbelangt. Und das in Angriff zu nehmen habe ich gescheut so wie der Teufel das Weihwasser. Doch wie heisst es so treffend: hinter jeder erfolgreichen Firma steht eine starke Frau. Und so hat uns Astrid alle ins kalte Wasser geschubst – Gott sei Dank! Man weiss es zwar, es ist sogar glasklar, aber man scheut einfach diesen letzten konsequenten Schritt, noch dazu in Zeiten, wo für solche Maßnahmen eigentlich so gar keine Zeit ist – aber eigentlich gibt es ja das Wort „eigentlich“ auch nicht. In solchen Situationen pflegt sie mir dann zu sagen: „Es hilft leider nicht, es ist wie mit dem Sterben: es gibt keinen wirklich günstigen Zeitpunkt.“

So ähnlich, nur nicht so hart wie Astrid, (wie ich finde) hat mir mein Vater früher schon versucht das Leben zu erklären: „Andreas, die Hälfte im Leben ist Schicksal, aber die andere Hälfte des Lebens ist eigenes Handeln“. Wie wahr… Denn wo ein echter Wille ist, ist auch Kairos – der griechische Gott der Zeit und des Moments – oft nicht weit. Eine passende Gelegenheit hat nicht lange auf sich Warten lassen. Wir haben die Fertigung in eine neue Halle verlagert, wo genug Platz für das Einrichten einer Fertigungsstrasse vorhanden ist. Somit hat sich (musste sich) die gesamte Mannschaft nochmal zusammenreissen, obwohl der ohnehin verdiente Urlaub zum Greifen nahe war. Die Fertigung wurde zudem in unterschiedliche Montageschritte aufgeteilt. Des weiteren konnten für die unterschiedlichen Fahrradkategorien eigene Montagestrassen aufgesetzt werden. Pinion und Alber Räder verfügen über eine eigenes Fertigungsband, selbiges für Rohloff und Bosch Räder, und Gravel-Räder, MTBs und Rennräder sollen sich schon bald eine weitere dritte Strasse teilen. Die erste Fertigungsstrasse haben wir noch im August abgeschlossen, das zweite Band letzte Woche implementiert.

Während ich so dahinschreibe, wird mir langsam klar wo die ganze Zeit geblieben ist… Ich möchte nur nicht, dass ich diese selben Gedanken über den Verbleib der Zeit an meinem Lebensende führen muss. Was ich damit sagen möchte: Wir haben gehandelt. Wir haben Maßnahmen eingeleitet, und wir haben Geld investiert. Das was uns dieses Jahr widerfahren ist, passiert uns kein weiteres Mal. Komme was wolle! Von daher bin ich mal wieder zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr wirklich Zeit haben werden, für Urlaub mit unseren Liebsten, und vor allem – das Wichtigste – genügend Zeit selbst mit unseren eigenen Rädern unterwegs zu sein, und nicht nur von unseren Kunden erzählt zu bekommen, welch schöne Zeit sie mit unseren Rädern hatten. Das freut uns natürlich, erhöht in solchen Zeiten aber unsere Sehnsucht nach Freiheit und Freizeit ins fast Unerträgliche.

Am Ende will ich noch eine Entschuldigung aussprechen: es tut mir Leid, dass wir nicht die Erwartungshaltung in Bezug auf Erreichbarkeit erfüllen konnten, die legitimer Weise vorausgesetzt sein muss. Es tut mir auch für alle Kunden Leid, die vielleicht noch immer auf ihre längst zugesagten Fahrräder warten und nicht Radfahren konnten – ich kann mich da genau hineinversetzen wie das ist. Für mich ist auch klar, dass es den betroffenen Kunden nicht weiterhilft, dass wir erst jetzt die Kapazitäten geschaffen haben, um solche Engpässe in Punkto Lieferzeit und Vorlaufzeit in der Kommunikation künftig auszuschließen. Auch meine Entschuldigung ändert daran nichts. Aber aussprechen wollte ich sie trotzdem.

Zu guter Letzt, ein großes Dankeschön an die Mannschaft, für Loyalität und Ausdauer! Weihnachten machen wir Urlaub.

Hier ein paar Bilder, die zumindest veranschaulichen sollen, dass es nicht nur bei Gedanken geblieben ist…

  • Rahmenvorbereitung

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner

Update per 18.10.2020

Liebe Kunden,

heute nur ein kurzes Update: es erreichen uns täglich Anfragen, wann wir das Testcenter wieder öffnen. Eigentlich wollten wir es in ca. 4 Wochen wieder für Kunden zugänglich machen. Jetzt benutze ich schon wieder das Wort „eigentlich“, das es ja eigentlich gar nicht gibt. Mit den Aufbauten kommen wir derzeit sehr zügig voran. Insofern stünde einem Besuch ab Ende November nichts entgegen. Aber wenn die Fallzahlen weiterhin so zunehmen, müssen wir gegebenenfalls die Situation neu bewerten, und vereinbarte Termine wieder kurzfristig verschieben. Vorab können wir aber neue Termine ins Auge fassen. Unsere beiden Fertigungsstraßen laufen derweil nun auf Hochtouren. das freut uns sehr. Kopfzerbrechen bereiten uns hingegen die jetzt schon bekannten Lieferengpässe, die die Zweiradbranche nächstes Jahr überrollen werden. In 2021 wird es für viele nicht das Problem sein, Fahrräder zu verkaufen, sondern die Räder im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße zu bringen. Wir sehen uns für nächstes Jahr sehr gut gerüstet. Dies ist unter anderem aber auch der Tatsache geschuldet, dass wir mit allen Key-Playern am Markt hervorragend vernetzt sind. Nichts desto trotz passiert es auch uns, dass unerwartet Kleinteile wie Steuersätze oder Speichen in einer bestimmten Länge nicht mehr verfügbar sind und ganze Räder wegen „Cent-Artikel“ nicht zur Auslieferung kommen. Aktuell waren es Speichen für unsere Rohloff- Bosch E14 oder Rohloff-Gravel Räder, die dazu geführt haben, dass der Aufbau von ca. 70 Rohloff Rädern nicht nach Plan vollzogen werden konnte und so unsere gesamte Taktung durcheinander gebracht wurde. Ein Ausweichen auf andere Speichen war hier nicht möglich, da für die Rohloff Nabe spezielle Speichen mit einer Bogenlänge von 2,9mm benötigt werden. An dem Beispiel sieht man aber ganz schön, wie winzig kleine Teile große Probleme verursachen können. Aber auch hier geht es nun wieder voran.

Zur Verbildlichung, anbei ein paar schnelle Schnappschüsse vom letzten Freitag: an der einen Strasse hängen die Bosch E14 Räder aus Stahl und Titan, an der anderen Strasse Rohloff Gravel Räder, ebenfalls aus Stahl und Titan …

  • hier lagern im Schnitt immer ca. 200 Sätze
    Laufradlager
    hier lagern im Schnitt immer ca. 200 Sätze

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Andreas Kirschner